7 Mio. Euro zusätzlich soll es in 2018 für Leistungssportpersonal geben – doch was kommt wirklich bei den Trainern an?

Der deutsche Spitzensport wird im Jahr 2018 mit zusätzlichen Fördermittel gesegnet. 23,2 Millionen Euro mehr erhält der organisierte Sport noch in diesem Haushaltsjahr vom Bundesministerium des Inneren (BMI) und freut sich damit über ein öffentliches Gesamtbudget von rund 193 Millionen Euro. Mit 7 Mio. Euro soll lt. Medienberichten rund ein Drittel des Zuwachses von 23,2 Mio. Euro auf das Leistungssportpersonal des Bundes, auf Trainerinnen und Trainer sowie auf Bundesstützpunktleiter/innen entfallen. Doch eine Bestätigung dieser 7 Mio. Euro oder Hinweise zu deren geplanter Verwendung sind schwer zu erhalten.

Eberhard Gienger, sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundesfraktion, verweist auf das BMI. Dort könne man Genaueres sagen. Seine Erwartung jedenfalls sei, dass es in den Händen der Verbände liege, wie sie die zusätzlichen Trainermittel verwänden. „Es wird immer beklagt, dass Trainerinnen und Trainer nicht angemessen vergütet würden“, so Gienger. „Als zuletzt einigen Verbänden zusätzliche Mittel für die Trainer zugedacht wurden, wurden diese oftmals dazu verwendet, neue Stellen zu schaffen, statt die Vergütungen zu erhöhen. Aber selbstverständlich liegt es im Ermessen der Verbände, die Gehälter ihrer angestellten Trainerinnen und Trainer anzupassen.“

Laut BMI ist es noch offen, wie genau diese Mittel verwendet werden sollen. „Noch liegt vom DOSB keine detaillierte Zuarbeit vor“, heißt es aus dem Referat Sport auf Nachfrage. Eine Stellungnahme seitens des DOSB auf diese Frage steht seit nunmehr drei Wochen aus. Haben sich die Trainerinnen und Trainer also zu früh gefreut?

Für Dafni Bouzikou, die Vorsitzende des Berufsverbandes der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport e.V. ist jedenfalls klar, dass die Trainerinnen und Trainer für ihre Interessen kämpfen müssen: „Ich erwarte den versprochenen Mittelzuwachs noch in diesem Jahr. Und dann muss es in die Verhandlungen gehen. Jede Einzelne und jeder Einzelne ist gefordert, für sich einzustehen. Es kann nicht sein, dass nun wieder nur neue prekäre Beschäftigungen geschaffen werden, aber für die bereits angestellten Mitarbeiter nichts übrig bleibt und sich deren Situation nicht bessert. Im Gegenteil muss deren Leistung endlich adäquat honoriert wer den.“

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