Beim Deutschen Skiverband begann mit seinem dualen Vorzeige-Studium ein neues Ausbildungs-Zeitalter

Am 1. Oktober begann für acht junge Menschen ihr neues Leben als Berufstrainer: Der Deutsche Skiverband startete seine in Deutschland noch einmalige duale Berufstrainer-Ausbildung. Innerhalb von 54 Monaten erwerben die Absolventen die Trainerlizenzen C, B und A, im Anschluss den Abschluss als Diplom-Trainer und zu guter Letzt noch den Bachelor of Arts Sportwissenschaften. „Wir haben in einigen Skidisziplinen einen erhöhten Altersdurchschnitt der derzeit tätigen Trainer festgestellt“, so Jürgen Wolf, als Leiter der DSV-Trainerschule im bayerischen Planegg für die Konzeption des dualen Studiums zuständig. „Darüber hinaus beklagen einige unserer Landesverbände einen grundlegenden Mangel an hauptberuflichem Trainerpersonal. W ir versprechen uns von dieser Kombination aus qualifizierter wissenschaftlicher Ausbildung und hohem Praxisbezug einen hohen Anreiz für skisportaffine Berufseinsteiger. Die Möglichkeit, die vielfältigen Ausbildungsschritte innerhalb kurzer Zeit im Block absolvieren zu können, dabei immer in der Praxis tätig zu sein, eine Ausbildungsvergütung zu erhalten und sogar einen akademischen Abschluss zu erwerben, sollte eine hohe Motivation sein.“

Jürgen Wolf ist der Initiator der Berufstrainer-Ausbildung des Deutschen Skiverbandes.

Jürgen Wolf ist der Initiator der Berufstrainer-Ausbildung des Deutschen Skiverbandes.


Wie es aussieht, kommt das neue Konzept an. Sechs bis acht Teilnehmer je Jahrgang strebt der DSV an, um so im gesamten Bundesgebiet ausreichend hochqualifizierten Trainernachwuchs zu generieren. „Mit den acht Startern in 2018 sind wir also gut dabei. Im Moment gehe ich davon aus, dass wir zukünftig mehr Bewerber als Ausbildungsplätze haben werden“, so Jürgen Wolf. Die möglichen Einsatzstellen der Absolventen können Vereine, Stützpunkte oder Verbände sein. „Voraussetzung ist, dass die Einsatzstellen eine Vergütung zahlen, die sich an den Gehältern in kaufmännischen Ausbildungsberufen orientiert und dass den Azubis ein Mentor zur Seite steht und sie begleitet. Dieser muss mindestens Diplom-Trainer sein. Wir möchten somit die Qualität der berufsbegleitenden Ausbildung sicherstellen.“

Während die skispezifischen Trainerausbildungen innerhalb der ersten zwölf Monate zentral durch die DSV-Trainerschule durchgeführt werden, findet das Diplom-Trainer-Studium wie gewohnt über drei Jahre an der Trainerakademie Köln statt. Nach Abschluss dieser in Summe 48 Monate haben die Teilnehmer zwei Möglichkeiten: Sie können über die IHK München ergänzend den Abschluss des Sportfachwirt erwerben und darüber hinaus an der sportwissenschaftlichen Fakultät der Uni Leipzig den akademischen Bachelor anstreben. „Wir sind sehr froh, dass die Uni Leipzig den Diplom-Trainer mit 160 von 180 notwendigen Credit Points anerkennt. Damit müssen die Absolventen nur noch ein Semester in Leipzig absolvieren sowie eine Bachelorarbeit einreichen, um ihren Abschluss zu erhalten“, erläutert Wolf.

Die anfallenden Kosten sind hoch – aber im Zuge der gewünschten Personalentwicklung sinnvoll eingesetzt. Der DSV die Kosten für die Lizenzausbildung und die Studiengebühren, die Arbeitgeber zahlen die Vergütung und der Student die Kosten für Anreisen und Übernachtungen. „Wobei hier eine Unterstützung der Arbeitgeber wünschenswert ist“, so Wolf.

BVTDS-Vize Holger Hasse ist voll des Lobes für das Engagement des DSV. „Ich halte diesen Weg für sehr gelungen, um qualifiziertes Trainerpersonal zu gewinnen und den Beruf mit der notwendigen Wertschätzung zu versehen. Es wäre wünschenswert, andere Verbände schlössen sich diesem Modell an.“

Einen entsprechenden Aufruf werden Michael Scharf, der neue Leistungssportdirektor des LSB- NRW, und Lutz Nordmann, Direktor der Trainerakademie Köln, am 7. November an die Landesfachverbände in Nordrhein-Westfalen richten. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung an der Trainerakademie werden Scharf und Nordmann über die Möglichkeiten von LSB, Trainerakademie, BVTDS und dem Deutschen Skiverband berichten, eine Berufstrainer-Ausbildung in NRW zu etablieren. Auch Holger Hasse wird zugegen sein und den Standpunkt des BVTDS vertreten: „Für den BVTDS und mich persönlich ist die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern eine Herzensangelegenheit. Die Berufstrainerausbildung ist eine zukunftsweisende Maßnahme, um nachhaltig Personalressourcen zu sichern. Wir als Berufsverband sind bereit und interessiert daran, uns auch zukünftig intensiv für Gestaltung und Durchführung dieser Ausbildung zu engagieren.“

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