Gert Zender sprach am Wingate Institute im israelischen Netanja

Große Auszeichnung für Gert Zender und den Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. Auf Einladung der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) war der BVTDS-Präsident, der zugleich dem Verband Deutscher Tischtennistrainer vorsteht, Teil einer DOA-Delegation, die Anfang November unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Manfred Lämmer das erste gemeinsame Seminar der Nationalen Olympischen Akademien von Israel und Deutschland absolvierte. Die DOA setzt sich mit Grundsatzfragen der Olympischen Bewegung und ihren vielfältigen historischen, politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Aspekten auseinander.

Themen der Veranstaltung waren „Die drohende Isolation des Staates Israel im Weltsport“ sowie „Strukturen und Herausforderungen der Coaching-Ausbildung in Israel und Deutschland“ auf der Tagesordnung. Neben den Vorträgen ging es vor allem auch um den Austausch von Meinungen und Erfahrungen in Bezug auf unterschiedliche Konzepte.

Gert Zender referiert auf Einladung des DOA in Israel.

Gert Zender referierte auf Einladung des DOA in Israel zur Trainersituation iin Deutschland.

Neben den jeweiligen offiziellen Delegationsvertretern und -vertreterinnen nahmen auch zahlreiche Sportstudent*innen des Wingate-Institutes teil. Ebenso waren Repräsentanten des Nationalen Olympischen Komitees sowie der Nationalen Olympischen Akademie von Guatemala Gäste des Seminars. Der Staat Israel konzentriert am Wingate-Institut in Netanja, ca. 30 km nördlich von Tel Aviv, die pädagogischen, beruflichen und wissenschaftlichen Ressourcen für die Entwicklung des Sportunterrichts, des „Sports für alle“ sowie des Spitzensports und des Sports als Mittel zur sozialen und körperlichen Rehabilitation. Nach offiziellem Bekunden des Institutes „passieren täglich rund 5.000 Akademiker, Trainer, Sportler, Studenten und die breite Öffentlichkeit Wingates Tore. Das Institut dient als Trainingszentrum für Nationalmannschaften, für die Olympiamannschaft und veranstaltet internationale sportwissenschaftliche Konferenzen.“

Im Rahmen des Seminars stellten Dr. Lutz Nordmann und Frank Wieneke im Themenkomplex Strukturen und Herausforderungen der Coaching-Ausbildung in Israel und Deutschland die Arbeit und Inhalte der Trainerakademie Köln dar. Gert Zender bekam Gelegenheit, zum Thema Trainer*innen in Deutschland – Aktuelle Situation und Perspektiven zu referieren. Dabei ging er auf die aktuelle Situation der Trainer*innen in Deutschland ein. Hierbei berief er sich auf die Studien der Professoren Digel und Thiel von der Universität Tübingen sowie auf die Studie „Standortbedingungen von Trainerinnen und Trainern im deutschen Spitzensport im internationalen Vergleich“ von Prof. Breuer von der Sporthochschule Köln, wonach insbesondere die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Ursache darstellen, weshalb deutsche Trainer*innen sich von ihrer Tätigkeit abwenden und Beschäftigungen im Ausland oder in anderen Funktionen suchen.

Schwerpunkt des Vortrages war die Darstellung der arbeitsrechtlichen Defizite der Trainer*innen- Verträge und die aktuelle Diskussion zur Lösung des Problems. Hierzu fasste er die Ergebnisse der vom DOSB eingesetzten „AG Trainerkonzept“ zusammen, die am 07.12.2019 in die Mitgliederversammlung des DOSB eingebracht werden. In einem Exkurs stellte er die Vision des DOSB im Projekt „TrainerinSportDeutschland“ dar, wonach bis 2026 alle Sportarten über eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Trainer*innen verfügen sollten. Darüber hinaus bot sich die Gelegenheit, die BVTDS-Arbeit darzustellen.

„Ich fand es als einen gelungenen Auftakt, die deutsch-israelischen Beziehungen auszubauen. Der fachliche Austausch zur Ausbildung der Trainerinnen und Trainer in Deutschland und Israel war sehr fruchtbringend. Beeindruckt war ich von den Vorträgen, in denen der Boykott gegen israelische Sportlerinnen und Sportler dargestellt wurde. Meine naive Vorstellung, dass der Sport die Welt verbindet, scheint leider unrealistisch zu sein“, so Gert Zender.

Der deutschen Delegation gehörten an:

  • Uwe Becker (Bürgermeister der Stadt Frankfurt und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft)
  • Michaela Engelmeier (Bundestagsabgeordnete a. D., Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Leiterin der Berliner Büros von MAKKABI Deutschland)
  • Prof. Dr. Manfred Lämmer (Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Olympischen Akademie)
  • Alex Feuerherdt (freier Publizist und Autor)
  • Tobias Knoch (Direktor der Deutschen Olympischen Akademie)
  • Alon Meyer (Präsident von MAKKABI Deutschland)
  • Prof. Dr. Jürgen Mittag (Leiter des Instituts für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der DSHS Köln)
  • Prof. Dr. Lutz Nordmann (Direktor der Trainerakademie Köln des DOSB)
  • Frank Wieneke (Wissenschaftlicher Referent an der Trainerakademie Köln des DOSB, Olympiasieger im Judo 1984 und Silbermedaillengewinner 1988)
  • Gert Zender (Präsident des Berufsverbands der Trainer/innen im Deutschen Sport und des Verbandes Deutscher Tischtennistrainer)

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