Simone Lammers kämpft um mehr Medien-Präsenz für Trainerinnen

Seit der Frauenvollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Jahr 2016 existiert die AG zur Förderung von Trainerinnen und Kampfrichterinnen. Mittendrin: Simone Lammers, Vizepräsidentin Chancengleichheit im Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. Zuletzt trat die AG im Rahmen der Frauenvollversammlung 2019 in Leipzig auf den Plan und präsentierte ihre Vorhaben sowie Erreichtes. „Wir haben festgestellt, dass viele Vereine und Verbände zwar über Gleichstellungsbeauftragte verfügen, dass diese aber häufig gar nicht wissen, was ihre Aufgaben tatsächlich umfasst. Beispielsweise kann die Gewinnung von mehr Trainerinnen ein elementarer Bestandteil sein kann“, so Lammers. „Insofern haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, ein Handbuch für Gleichstellungsbeauftragte zu entwickeln, das neben der Darstellung des Aufgabenprofils auch Best Practise-Beispiele enthält.“

Davon gibt es einige. Die Leutzscher Füchse aus Leipzig sind ein solcher. Der Tischtennis-Verein aus Leipzig präsentierte sich bei der Vollversammlung und wurde beim angebundenen Kongress „Augenhöhe oder Brustumfang“ zudem mit dem DOSB-Gleichstellungspreis für Organisationen ausgezeichnet. Für eine für einen Sportverein vorbildliche Werbung für den Frauensport, wie es seitens des DOSB hieß. „Tatsächlich hat mir die Vorstellung der Füchse sehr gut gefallen“, fand auch Simone Lammers. „Sie präsentieren sich über alle Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit geschlechtergerecht und stellen Frauen und Männer gleichermaßen in den Mittelpunkt. In allen Bereichen des Vereins sind Trainerinnen aktiv, auch bei den Jungs und Männern. Solche Beispiele wollen wir in unserem Handbuch aufführen, um damit zur Nachahmung anzuregen.“

Gleiches gilt für das Projekt „Anpfiff: Mehr Frauen im Spiel“ des Deutschen Handball-Bundes. Das Projekt wurde bereits 2013 ins Leben gerufen mit dem Ziel, weibliche Schiedsrichterinnen in den Landesverbänden zu gewinnen, zu fördern und zu unterstützen. Mit der Vision, Frauengespanne für nationale und internationale Spitze zu qualifizieren. Entscheidende Instrumente bei der Entwicklung von Schiedsrichter-Gespannen im DHB sind Mentoring und Coaching, wie Sally Kuhlemann, Bezirksschiedsrichterwartin im hessischen Bezirk Wiesbaden/Frankfurt und Beisitzerin in der DHB-Frauenkommission zu berichten wusste. So stehen den (weiblichen) Perspektivkadern beispielsweise bei Wettkämpfen Coaches zur Seite, die punktgenaues Feedback und eine Leistungseinschätzung geben und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

Ein weiteres Ziel der AG ist die verstärkte Präsentation von Trainerinnen und Kampfrichterinnen in der Öffentlichkeit. Dass es Frauen in der Sport-Berichterstattung grundsätzlich schwerer haben als ihre männlichen Kollegen, ist klar. Das Ausmaß der Ungleichheit wurde beim Kongress einmal mehr deutlich. Präsentiert wurden die Ergebnisse von Studien der Macromedia Hochschule Hamburg: Nach deren Auswertungen beschäftigen sich nur rund 10% der lokalen und regionalen Berichterstattung in ausgewählten Regionen mit Frauensport – und das, obwohl rund 40% der in Sportvereinen organisierten Mitglieder weiblich sind. „Ich empfinde das als ernüchternd“, so Simone Lammers. „Aber es deckt sich mit meinen trägen Bemühungen, Berichte über Trainerinnen zu platzieren. So habe ich nun mehrfach Versuche unternommen, in der Zeitschrift Leistungssport mehr Berichte über Trainerinnen anzuregen. Bisher ohne nennenswerten Erfolg.“

Ein Lichtblick sind die „Brave Stories“ von DOSB und Close Distance Productions unter https://www.bravestories.de. Hier werden starke Frauen im Sport vorgestellt. Eine hauptberufliche Trainerin fehlt noch – aber die wird sicher bald folgen.

 

BVTDS-Mitgliederversammlung 2019 findet am 13. November in Mülheim/Ruhr statt

Das BVTDS-Präsidium um das Präsidenten-Duo Holger Hasse und Gert Zender lädt zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Berufsverbandes der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. ein. Diese findet am 13.11.2019 ab 18.00 Uhr in der Geschäftsstelle des Badminton-Landesverbandes NRW in der Südstraße 23, 45470 Mülheim an der Ruhr statt.

Anträge auf Änderung und/oder Ergänzung der Tagesordnung müssen bis spätestens 06.11.2019 in schriftlicher Form via E-Mail an info@bvtds.de oder per Post an die Geschäftsstelle eingehen.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung möchte das Präsidium mit den Mitgliedern u.a. die aktuelle Ausarbeitung der „AG Trainerkonzept“ des DOSB diskutieren, die auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des DOSB verabschiedet werden soll und tiefgreifende Verbesserungen der arbeitsvertraglichen Situation von Trainerinnen und Trainern beinhaltet.

Daher freuen wir uns sehr über eine rege Teilnahme!

Die vollständige Tagesordnung findet sich hier: BVTDS_Mitgliederversammlung_Tagesordnung_2019_11_13

Fachforum zur psychischen Gesundheit am 8. November in Berlin

Die BKK Novitas und MentalGestärkt veranstalten am 8. November von 12.00 bis 17.00 Uhr in Berlin (Stadion Alte Försterei) die Neuauflage ihres erfolgreichen Fachforums für Trainer*innen, Führungskräfte und weitere Interessierte zum Thema „Kein Stress mit dem Stress – psychische Gesundheit im Leistungssport erhalten und fördern“.

Die Teilnahme an der Veranstaltung, an der namhafte Referent*innen Impulsbeiträge liefern und für Podiumsdiskussionen zur Verfügung stehen, ist kostenlos. Weitere Infos liefert der untenstehende Flyer.

Flyer_Fachforum_kein-stress_2019

Auf der Überholspur: Rulof Schröder absolviert duale Berufstrainer-Ausbildung – und noch mehr

Seine Trainerlaufbahn begann eher aus der Not heraus. Beim SSV Schafflund, „weil kein anderer da war.“ Im Alter von 15 Jahren übernahm Roluf Schröder Verantwortung in seinem Heimatverein, heute ist er Assistenztrainer Talententwicklung im Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen (BLV-NRW) – mit 19 Jahren. „Es hat mich sofort begeistert, Wissen weiter zu geben. Schnell war klar, dass ich als Trainer mehr Potenzial habe denn als Spieler, insofern war der Weg gewissermaßen vorgezeichnet“, blickt Roluf Schröder zurück.

Rulof Schröder (Mitte) eingerahmt von seinen Schützlingen.

Rulof Schröder (Mitte) eingerahmt von seinen Schützlingen.

Marcus Busch, heutiger Landestrainer Sportentwicklung und langjähriger Chef-Landestrainer im BLV-NRW, wurde auf den jungen Mann aus Schleswig-Holstein aufmerksam und bot ihm ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Landesleistungszentrum in Mülheim an der Ruhr an. „Ich kannte Roluf nur als gegnerischen Athleten aus dem Norden und erfuhr, dass Roluf sich mit dem Gedanken eines FSJ beschäftigte. Bei den Deutschen Meisterschaften 2017 haben wir dann, gemeinsam mit seinen Eltern, über das Projekt ‚FSJ am Deutschen Badminton-Zentrum in Mülheim‘ gesprochen. Mir fiel schnell auf, dass Roluf mit seinen jungen Jahren bereits eine sehr reife Persönlichkeit ist. Am Ende des Gespräches erwähnte er quasi nebenbei, dass er ja vielleicht nach dem FSJ auch Profi-Trainer werden möchte – eine Vision, die damals noch recht unwahrscheinlich anmutete.“ Weiterlesen

Gert Zender nimmt Politik in die Pflicht: „Bund und Länder müssen Veränderungen initiieren!“

Harsche Worte sind seine Sache nicht. Nein, angenehm ruhig und sachlich führt Gert Zender den Dialog und seit dem 20.02.2019 als Teil des Präsidenten-Duos an der Seite von Holger Hasse auch den Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. (BVTDS). Sehr deutlich und fordernd aber wird Zender, wenn er an die Vielzahl von rechtswidrigen Tatbeständen in Arbeitsverträgen im Sport denkt. Da hat er einige ausgemacht – und er muss es wissen.

Gert Zender

Von 1981 bis 1987 hat der heute 59-Jährige in Trier Jura studiert und ist somit absoluter Fachmann. „Uns ist es nach wie vor ein großes Anliegen, dass die arbeitsrechtlichen Vorgaben in Gänze tatsächlich auch für Trainerinnen und Trainer umgesetzt werden“, so Zender. „Immer wieder ist feststellbar, dass arbeitsrechtliche Vorschriften umgangen und dadurch Berufstrainerinnen und -trainer benachteiligt werden. Zu nennen sind hier unter anderem die Nicht-Beachtung der gesetzlichen Regelungen im Arbeitszeitgesetz sowie unrechtmäßige Befristung von Arbeitsverträgen. Das ist nicht hinnehmbar.“

Seit 2000 setzt sich Gert Zender als Präsident des Verbandes Deutscher Tischtennis Trainer e.V. (VDTT) für die Belange der Trainerinnen und Trainer ein. „2003 gab es die Überlegung, in der Gewerkschaft verdi einen Trainerzweig ’sports union‘ zu gründen. Verdi hat dies aber nicht weiterverfolgt. Als ich aber 2012 von der Gründung des Berufsverbandes als Interessenvertretung hörte, war ich sehr erfreut. Genau solche Institutionen sind notwendig, um Veränderungen im Berufstrainerwesen herbei zu führen.“ Das Gros der rund 1.400 Mitglieder des VDTT sind Basistrainer, die auf Honorarbasis oder gar ehrenamtlich arbeiten. Die Berufstrainerinnen und -trainer sind dort in der Minderzahl. Insofern liegt der Hauptschwerpunkt des VDTT in der Weiterbildung.

Nunmehr kann Zender als Präsident des BVTDS ganz wesentlich die Belange der Profitrainerinnen und -trainer mitgestalten: „Der VDTT hat sich in der Szene einen Namen gemacht. Aber Tischtennis alleine hat nicht die Durchschlagskraft. Der BVTDS mit seinen Mitgliedern aus diversen Sportarten und Verbänden kann hier eine andere Wirkung
erzeugen“, erläutert Zender seine Beweggründe, auch dieses Präsidentenamt zu übernehmen. „Wir müssen uns der Politik gegenüber klar positionieren und verdeutlichen, dass es ebendiese Politik ist, die die Veränderungen initiieren muss. Die Verbände im Bund und in den Ländern hängen am finanziellen Tropf der öffentlichen Hand. Insofern
sind es Bund und Länder, die auch Vorgaben für die Verwendung von Mitteln machen müssen. Mittelzuwendungen müssen zukünftig ganz klar an die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben geknüpft sein.“

Doch auch die Vereine und Verbände sieht der 59-Jährige nicht von ihren Pflichten entbunden. „Sie können sich nicht ihrer Verantwortung entziehen. Selbstverständlich sind auch hier die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten.“

All diese Forderungen sind bekanntermaßen nicht neu – aber insbesondere durch die Arbeit in der AG Trainerkonzept des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) besteht die Möglichkeit, sich intensiv in die Diskussion und in die Erarbeitung von Grundlagen einzubringen. „Holger Hasse und ich sind seit der AG-Gründung ihr Bestandteil. Ich bin guter Dinge, dass die Ausarbeitungen und deren Umsetzung die Situation der Trainerinnen und Trainer nachhaltig verbessern werden.“ Auch dem Gespräch mit Beate Lohmann, Abteilungsleiterin Sport im Bundesministerium des Inneren, blickte Gert Zender freudig und optimistisch entgegen. „Das sind genau die Gespräche, die wir benötigen, um unserer Sache Gehör zu verschaffen und über unsere Vorstellungen zu informieren. Es ist ein hartes Brett zu bohren, insbesondere auf der Länderebene, aber wir sind zuversichtlich.“

Zuversichtlich ist er auch, was die Entwicklung des BVTDS angeht. Für das kommende Strategiemeeting des frisch gewählten Präsidiums erstellt er gemeinsam mit Holger Hasse derzeit ein Arbeitspapier, das Ziele und Wege zur Zielerreichung aufzeigen soll. Ein wesentliches Vorhaben muss die Gewinnung weiterer Mitglieder sein. „Wie wir das erreichen, um uns eine noch deutlichere Stimme zu verschaffen, das müssen wir erarbeiten. Wir müssen medial möglichst präsent sein und unsere Vorhaben immer wieder in der Öffentlichkeit präsentieren“, so der Volljurist. Aber auch die berufliche Ausbildung von Trainerinnen und Trainern ist Zender ein Anliegen. Die duale Berufstrainer-Ausbildung des Deutschen Skiverbandes unter der Führung von Jürgen Wolf dient hier als Vorzeigeprojekt. „Für diese Idee müssen wir weitere Verbände gewinnen.“

Beinahe übrigens wäre auch aus dem heutigen Verwaltungsjuristen ein Berufstrainer geworden. Als leidenschaftlicher Trainer stand er eines Tages vor der Wahl: A-Trainerausbildung oder zweites juristisches Staatsexamen. Die Wahl fiel auf das zweite Staatsexamen, das Zender 1991 nach Magdeburg führte und ihn zum Leiter der Abteilung Umwelt/Landwirtschaft im Landesverwaltungsamt Halle an der Saale aufstiegen ließ. „Das Trainer-Dasein habe ich nach 1991 noch zehn Jahre fortgeführt“, erinnert sich der B-Trainer. Von 1991 bis 1993 agierte er als Trainer einer Regionalliga-Mannschaft in Trier, ab 1993 dann als Cheftrainer der Damen-Bundesligisten SV Böblingen und SV Winterwerb – mit großem Erfolg. Mit dem SV Böblingen gelang das Erreichen des Europapokal-Halbfinals ebenso wie Rang drei in der Meisterschaft. „Zu dieser Zeit bin ich regelmäßig gependelt. Montags bis freitags habe ich gearbeitet, samstags und sonntags war ich bei der Mannschaft. Für Vorbereitungslehrgänge ging der Urlaub drauf. Das war eine herausfordernde Zeit“, so Zender. Die 2000 endete. Bekanntlich mit der Übernahme des Präsidentenamtes beim VDTT.

Olaf Leib diskutiert beim Sportpolitischen Forum der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag überdas „Berufsbild des Trainers in Sachsen“

Olaf Leib

Olaf Leib

Olaf Leib, Vizepräsident Finanzen im BVTDS, wird am 27. Juni am Sportpolitischen Forum der CDU- Fraktion im sächsischen Landtag in Leipzig teilnehmen. Das Forum steht unter dem Titel „Das Berufsbild des Trainers in Sachsen“. Diskutiert werden sollen u.a. die Fragestellungen „Was kann der Freistaat leisten, damit die Trainerausbildung am Standort Leipzig für den Spitzensport noch attraktiver wird?“ und „Wie können wir in Zukunft den Trainerberuf in Sachsen stärker fördern?“ Eines der Impulsreferate wird Jürgen Wolf, Leiter der Trainerschule des Deutschen Skiverbandes (DSV), halten. Der DSV hatte 2018 unter der Führung von Jürgen Wolf die duale Berufstrainer- Ausbildung initiiert, die mit dem Bachelor, erworben am Standort Leipzig, abschließt.

Wie viel Nähe ist erlaubt? Projekt „TraiNah“ der Uni Ulm untersucht brisante Fragestellung

Am 7. Mai vertrat Christine Adams, Vizepräsidentin Sport, den BVTDS beim Auftakttreffen des Projektes „TraiNah“ des Uniklinikums Ulm. Das Projekt widmet sich der Fragestellung, wie viel Nähe im Zusammenspiel Trainer*in und Athlet*in im Nachwuchsleistungssport angemessen und erlaubt ist. Eine Fragestellung, die aufgrund der gesellschaftlichen Diskussionen um sexuelle Belästigungen und Übergriffe im Sport aktuell sehr präsent ist und Trainerinnen und Trainer durchaus auch verunsichert.

Christine Adams

Christine Adams

Das Projekt möchte durch Befragungen von Trainer*innen sowie Athlet*innen aus dem Nachwuchsleistungsbereich den Umgang mit Nähe und Distanz sowohl aus Perspektive der Trainer*innen als auch der Athlet*innen untersuchen und darauf aufbauend Trainer*innen-Schulungen zum Thema Nähe und Distanz in Sportgruppen entwickeln, diese anschließend durchführen und schließlich evaluieren.

Bereits im August sollen 16 Telefon-Interviews mit Trainerinnen und Trainern geführt werden und im Februar 2020 um eine Onlinebefragung ergänzt werden. Die Schulungs-Workshops sollen im November 2020 starten. Der BVTDS wird das Projekt unterstützen und bei Interesse an Interviews Kontakt herstellen sowie Links zur Onlinebefragung an seine Mitglieder weiterleiten.

Weitere Infos gibt es unter dem folgenden Link: https://www.uniklinik-ulm.de/kinder-und- jugendpsychiatriepsychotherapie/forschung-und-arbeitsgruppen/arbeitsgruppe-gewalt- entwicklungspsychopathologie-und-forensik/trainerinnen-als-zentrale-akteurinnen-in-der- praevention-sexualisierter-gewalt-umgang-mit-naehe-und-distanz-im-verbundsystem- nachwuchsleistungssport.html

Positive Signale nach Austausch mit Beate Lohmann im BMI

Ein positives Fazit zog das Präsidenten-Duo des Berufsverbandes der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport e.V. (BVTDS), Holger Hasse und Gert Zender, nach seinem „Antrittsbesuch“ im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) in Berlin. Rund 90 Minuten hatten Hasse und Zender Gelegenheit, sich mit Ministerialdirigentin Beate Lohmann, die seit Mai 2018 die Abteilung Sport im BMI verantwortet, Ministerialdirigent Tobias Wiemann und Dr. Matthias Schmoll (Vertreter des BMI in der AG Trainerkonzept des DOSB) auszutauschen. „Es war ein sehr guter Termin“, so Holger Hasse. „Frau Lohmann war sehr interessiert und hat uns Raum gegeben, den BVTDS und unsere Vorstellungen von unserer zukünftigen Rolle im deutschen Sportsystem vorzustellen.“

Beate Lohmann, Abteilungsleiterin Sport im BMI

Beate Lohmann, Abteilungsleiterin Sport im BMI

Alle wesentlichen Forderungen des BVTDS wurden thematisiert, wobei zwei Punkte besonders hervorzuheben sind: Die institutionelle Unterstützung des Berufsverbandes sowie die Novellierung der Förderrichtlinien der Verbände. „Athleten Deutschland e.V. erhält öffentliche Zuschüsse vomBMI, um seine Arbeit auf einer professionellen Basis betreiben zu können. Das unterstützen wir ausdrücklich, fordern Gleiches aber auch für uns als Trainerverband. Zudem wollen wir uns als BVTDS in die Novellierung der Förderrichtlinien einbringen“, erläutert Holger Hasse.

Beleuchtet wurde auch die Situation der Trainerinnen und Trainer auf Landes- und Vereinsebene, auch wenn das BMI für diese keine direkte Verantwortung trägt. Einig war man sich aber, dass auf dieser Ebene gut ausgebildeter Trainernachwuchs für die Betreuung der Bundeskader zu finden ist und somit deren Qualifizierung intensiviert werden muss.

Beate Lohmann stellte in Aussicht, künftig bei trainerspezifischen Fragen die Meinung des BVTDS einzuholen. „Wir haben positive Signale erhalten. Jetzt werden wir sehen, was in der Umsetzung geschieht“, so Holger Hasse.

Holger Hasse diskutierte mit weiteren Experten im Dlf-Sportgespräch über die Trainersituation in Deutschland

BVTDS-Präsident Holger Hasse war zu Gast beim Sportgespräch des Deutschlandfunks. Rund 30 Minuten diskutierte Holger Hasse gemeinsam mit Ralf Holtmeyer (Chef-Bundestrainer Rudern) und Beate Ludewig (Bundesstützpunkt-Koordinatorin Schwimmen) über die Rolle sowie die Herausforderungen der Trainerinnen und Trainer im deutschen Leistungssport und erläuterte, welche Lösungsansätze der BVTDS zur Verbesserung verfolgt.

So forderte der ehemalige Chef-Bundestrainer Badminton u.a. eine angemessene Vergütung nach einem Tarifvertragsmodell, clevere Modelle der Arbeitszeit und deren Erfassung sowie eine Gleichstellung von Männern und Frauen. In der AG Trainerkonzept des DOSB seien entsprechende Vorschläge erarbeitet worden, die nun zur Prüfung in die Spitzenverbände gingen, um dann der DOSB-Mitgliederversammlung vorgelegt zu werden.

Hier geht’s zum spannenden Beitrag in der Dlf-Audiothek:

https://www.deutschlandfunk.de/trainer-im-spitzensport-es-gibt-viele-die-ausgestiegen-sind.892.de.html?dram:article_id=450529