BVTDS spricht sich für Olympia-Verschiebung aus und führt Umfrage unter Trainer*innen durch

Olympia 2020 im japanischen Tokio trotz Corona-Pandemie, unüberschaubarer gesundheitlicher Risiken, fehlenden Trainings und zum Teil unklarer Qualifikationsregularien durch Wettbewerbspause? Der Berufsverbandes der Trainer*innen im deutschen Sport e.V. (BVTDS), die Interessenvertretung von Berufstrainerinnen und -trainern, hat zu dieser Frage eine klare Haltung: „Unter den gegebenen Umständen wäre die Durchführung der Olympischen Spiele zum geplanten Zeitpunkt nicht verantwortlich. Wir sprechen uns daher für eine Verschiebung aus. Es ist klar, dass eine Verschiebung des größten Sportereignisses der Welt eine weitreichende, schwierige und sehr schmerzliche Entscheidung ist. Aber der Spitzensport hat in der Gesellschaft eine wichtige Vorbildfunktion und muss hier seinen Beitrag zur Verlangsamung der Corona-Pandemie leisten“, so das Präsidenten-Duo Gert Zender und Holger Hasse.

Team Kanada hat bereits mitgeteilt, nicht an den Spielen teilzunehmen, auch die ersten deutschen Athletinnen und Athleten haben sich gegen Olympia 2020 positioniert. Um ein umfassendes Meinungsbild zu erhalten, wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Stimmung unter allen deutschen Kaderathlet*innen eruieren.

Gleiches wird der BVTDS im Trainerkreis initiieren. „Wir unterstützen die Initiative des DOSB, die Athletinnen und Athleten nach ihrer Haltung zu befragen“, so Holger Hasse und Gert Zender. „Uns ist es aber wichtig, auch die Meinung der Trainerinnen und Trainer, die in den vergangenen vier Jahre ihre Sportlerinnen und Sportler intensiv auf die Qualifikationswettbewerbe und die Spiele vorbereitet haben, einzuholen. Auch für sie ist Olympia beruflich wie finanziell von immenser Bedeutung.“

Der BVTDS wird dazu eine Online-Umfrage durchführen und die Bundestrainer*innen und seine Mitglieder einladen, an der Umfrage teilzunehmen, um darzulegen, ob man sich für Olympia in 2020, für eine Verschiebung oder für eine Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt ausspricht.

Zehnder: „Im DOSB hat das TrainerIn-Projekt einen sehr hohen Stellenwert“

Am 21. Oktober fand die Kickoff-Veranstaltung des Projektes „TrainerInSportdeutschland“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) statt. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich in diversen Gruppen über die Trainersituation in Deutschland sowie Vorhaben für die Zukunft aus und lauschten Vorträgen und Impulsreferaten. Im Zentrum des Geschehens: Eva Zehnder, die seit dem 01.07.2019 als Projektleiterin TrainerInSportdeutschland fungiert und damit das Projekt auf operativer Ebene verantwortet. Wir sprachen mit der 27-jährigen Erziehungswissenschaftlerin über das Geschehen.

BVTDS: Ehrlich gesagt: Auf Außenstehende wie uns wirkt das Projekt ein wenig sperrig. Erläutere doch bitte mal, worum es geht.

Zehnder: „Wir möchten die Situation aller Trainerinnen und Trainer in Deutschland verbessern. Unsere Zielgruppe sind ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer ebenso wie hauptberufliche. Dazu muss meines Erachtens nach in der Öffentlichkeit ein klares Bild entstehen, was es eigentlich heißt, als Trainerin und Trainer tätig zu sein.“

BVTDS: Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Wie ist dieses Projekt entstanden?

Zehnder: „2016 hatte die DOSB-Konferenz ‚Schlüsselfunktion Trainer/in‘ gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen und DOSB-nahen Institutionen die Vision ‚TrainerIn 2026‘ mit 13 bereichsübergreifenden Leitzielen erarbeitet. Die Vision besagt, dass bis 2026 alle Sportarten im Sportvereinssystem über eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Trainerinnen und Trainern verfügen sollen. In den vergangenen rund drei Jahre hat der DOSB daraus ein Projekt skizziert. Im Zentrum der Überlegungen standen die Fragen, welchen Beitrag der DOSB zur Erreichung der 13 Ziele leisten und wie wir es schaffen können, möglichst viele Akteure im Handlungsfeld Trainer*innen zu beteiligen. Die Stelle, die ich nun ausübe, ist Teil dieses Projektes.“

Eva Zehnder_DOSB

Eva Zehnder, Projektleiterin „TrainerInSportdeutschland“ des DOSB

BVTDS: Wie genau möchtest du, möchte der DOSB vorgehen, um seine Vision in die Realität umzusetzen?

Zehnder: „Der DOSB begreift das Projekt als Organisationsentwicklungsprojekt. Das bedeutet, es sollen gemeinsam mit anderen Organisationen, mit Mitgliedsverbänden und Institutionen Initiativen angestoßen werden, die in einem der 13 Zielbereiche Impulse setzen und Entwicklungen forcieren. Der DOSB hat mit seinem Innovationsfonds positive Erfahrungen gemacht, als es gelungen ist, über finanzielle Unterstützung und persönliche Begleitung Projekte ins Leben zu rufen. Akteure wurden zusammengebracht, man hat voneinander gelernt. So soll es auch im aktuellen Fall sein.“

 

BVTDS: Man setzt also auf Partner, die sich gemeinsam mit dem DOSB engagieren und Antreiber sind?

Zehnder: „Exakt. Es geht darum, gemeinsam besser zu werden, Ideen zu generieren, wie wir mehr Trainer*innen für Vereine gewinnen können, wie die Ausbildung verbessert werden kann, wie der Beruf an gesellschaftlichem Standing gewinnen kann. Darum ist auch die dsj Teil des Projektes. Wir, der DOSB und die dsj können in diesen Fragestellungen nicht alleine agieren, sondern einen Rahmen schaffen und die Mitgliedsorganisationen entsprechend unterstützen.“

BVTDS: Innerhalb des DOSB ist das nun dein Job. Welche sind deine genauen Arbeitsinhalte?

Zehnder: „Meine Aufgabe wird es sein, für den DOSB zukünftige Trainer-Projekte in Verbänden und Vereinen zu begleiten. Ich möchte zudem die Öffentlichkeitsarbeit rund um die Trainertätigkeit verbessern, Trainerinnen und Trainer sichtbarer machen. Außerdem liegt mir das Wissensmanagement sehr am Herzen. Ich möchte Erkenntnisse und Best-Practice-Beispiele sichtbar machen und verbreiten.“

BVTDS: In Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist euch eine tolle Präsentation auf der DOSB-Homepage und auf Facebook gelungen.

Zehnder: „Tatsächlich haben wir auf Facebook die Gruppe „TrainerInSportdeutschland“ etabliert, der in kurzer Zeit viele Nutzer beigetreten sind. Hier möchten wir zum einen viele Neuigkeiten aus dem Trainergeschäft vorstellen. Neue Trainingsformen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Fortbildungsmöglichkeiten, Workshops, aber gerne auch eure BVTDS-Forderungen nach Verbesserungen der arbeitsrechtlichen Bedingungen, die wir voll unterstützen. Zum anderen dient die Gruppe als Austauschplattform für Trainerinnen und Trainer. Ein zentraler Aspekt ist die Beteiligung von Trainern!“

BVTDS: Bisher habt ihr unter Anderem zwei tolle Podcasts veröffentlicht.

Zehnder: „Ja, einmal monatlich werden wir ‚Trainer*innen in Sportdeutschland eine Stimme geben‘. Die beiden ersten Gespräche gab es mit Toni Söderholm, dem Eishockey-Bundestrainer, und Erik Wudtke, Bundestrainer Nachwuchs im Deutschen Handball Bund. Aber das soll nur der Anfang sein. Wir wollen verschiedene Trainerinnen und Trainer beteiligen, um die Vielfalt des Trainer-Seins abzudecken. Die Herausforderung ist, sie zu erreichen.

BVTDS: Dazu habt ihr auch die Kickoff-Veranstaltung zum Projekt am 21. Oktober in Frankfurt genutzt. Das erschien uns als der offizielle Startschuss.

Zehnder: „Tatsächlich war das so etwas wie ein positiver Projektauftakt. Unter den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren circa 60 Trainerinnen und Trainer. Wir haben über das Projekt in Gänze informiert und sind in den Austausch gegangen. Zudem haben wir die Ausschreibung ‚Trainer*in-Projekte‘ präsentiert.“

BVTDS: Kannst du die bitte kurz umreißen?

Zehnder: „Der DOSB stellt insgesamt 150.000,00 Euro zur Förderung von Projekten in den Mitgliedsorganisationen und DOSB-nahen Institutionen zur Verfügung, die der Erreichung der Vision dienen und sich auf mindestens eines der Leitziele beziehen. Bereits am 15.12.2019 endete die Frist zur Antragsstellung. Es soll schnell gehen mit der Umsetzung.“

BVTDS: Die Bedeutung von Trainerinnen und Trainern im deutschen Sport ist eigentlich unstrittig. Aber der DOSB verfolgt das Vorhaben, deren Situation entscheidend zu verbessern, unserer Einschätzung mal mehr, mal weniger intensiv und ambitioniert. Wie empfindest du den Stellenwert deines Projektes innerhalb des DOSB?

Zehnder: „Sehr hoch. Drei Vorstandsmitglieder sind Teil des Projektlenkungsausschusses, der Beirat ist mit zwei Präsidiumsmitgliedern besetzt. Das Projekt ist aus meiner Sicht sehr gut in die Gesamtstrategie des DOSB eingebunden.“

BVTDS: Welche der 13 Teilziele der Vision Trainer 2026 erscheinen dir besonders bedeutsam?

Zehnder: „Alle Ziele haben ihre Relevanz. Vermutlich liegt mir Leitziel 1 besonders am Herzen. Es besagt, dass bis 2026 der DOSB und alle Mitgliedsorganisationen die Förderung von Trainerinnen und Trainern als Kernaufgabe verstehen. Das ist letztlich die Grundvoraussetzung für die Zielerreichung.“

BVTDS: Noch ein persönliches Wort: Wie gelangt eine Erziehungswissenschaftlerin zum DOSB?

Zehnder: „Schwerpunkt meines Studiums war Sportdidaktik. Ich habe mich also schon immer dem Sport verbunden gefühlt, zumal ich selbst passionierte Reiterin und ehrenamtlich als Trainerin tätig bin. Bevor ich mich beim DOSB beworben habe, habe ich das Nachwuchsführungskräfte-Programm der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in der Abteilung Ausbildung durchlaufen. Insofern hatte ich mich schon vorher mit dem gesamten Trainerwesen und im speziellen mit der Aus- und Fortbildung von Trainer*innen befasst.  Der Job beim DOSB kommt daher wie gerufen, um sich für Trainerinnen und Trainer aller Sportarten einzusetzen und deren Situation zu verbessern.“

Ergänzende Information: Die Ausschreibung der Trainer*in-Projekte mitsamt aller Leitziele und der Fördervoraussetzungen finden sich auf der Projekthomepage des DOSB unter https://trainerinsportdeutschland.dosb.de/

Wichtiges Etappenziel erreicht: Berufsverband begrüßt die von DOSB-Mitgliederversammlung beschlossene Trainer*innen-Konzeption

Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht: Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat das Konzept zur „Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Trainer*innen“ beschlossen. Der BVTDS vermochte durch die intensive Einbeziehung und Mitwirkung der beiden Präsidenten Holger Hasse und Gert Zender in die DOSB-Arbeitsgruppe wesentliche Impulse einzubringen und zahlreiche Forderungen durchzusetzen. „In vielen Punkten, wie beispielsweise in den Bekenntnissen zur Absage rechtswidriger Kettenarbeitsverträge, zu festgelegten Lohnuntergrenzen in Form einer Vergütungstabelle sowie zur Aufstellung von Regeln zum Arbeitsschutz und zur Arbeitszeit, wurde ein durch alle Mitglieder der Arbeitsgruppe getragener Konsens gefunden, der nun auch die Zustimmung der Spitzenverbände gefunden hat“, freute sich Holger Hasse.

Nun geht es um die Umsetzung. „Man darf gespannt sein, wie diese erfolgen wird. Dabei kommt den Spitzensportverbänden, in deren Funktion als Arbeitgeber, ein hohes Maß an Verantwortung zu“, so Holger Hasse, einst selbst Chef-Bundestrainer Badminton, weiter.

„Die Feststellung von Bundesinnenministers Horst Seehofer im Rahmen der Mitgliederversammlung, dass die Trainerkonzeption eine sehr gute Grundlage für weitere Gespräche bietet, stimmt uns zuversichtlich. Die Ankündigung, den Bundesetat in Sachen Leistungssport erheblich zu erhöhen, kann die Verbände in die Lage versetzen, die beschlossenen Rahmenbedingungen auch umzusetzen“, hofft Gert Zender.

Bis zur endgültigen Umsetzung des Konzeptes sind also weiterhin dicke Bretter zu bohren. Insbesondere, wenn man den Blick auf die Trainerinnen und Trainer auf Landesebene und im gesamtem Nachwuchsbereich richtet. „Denn das Konzept hat für die Länderebene im Gegensatz zu den bundesfinanzierten Trainerinnen und Trainer lediglich den Charakter einer Handlungsempfehlung“, so die beiden Präsidenten. „Aber auch hier sind Verbesserungen der arbeitsrechtlichen Situation absolut notwendig.“

Das gesamte Papier ist auf der Homepage des DOSB einsehbar: Konzept zur „Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Trainer*innen“

 

 

Gert Zender sprach am Wingate Institute im israelischen Netanja

Große Auszeichnung für Gert Zender und den Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. Auf Einladung der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) war der BVTDS-Präsident, der zugleich dem Verband Deutscher Tischtennistrainer vorsteht, Teil einer DOA-Delegation, die Anfang November unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Manfred Lämmer das erste gemeinsame Seminar der Nationalen Olympischen Akademien von Israel und Deutschland absolvierte. Die DOA setzt sich mit Grundsatzfragen der Olympischen Bewegung und ihren vielfältigen historischen, politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Aspekten auseinander.

Themen der Veranstaltung waren „Die drohende Isolation des Staates Israel im Weltsport“ sowie „Strukturen und Herausforderungen der Coaching-Ausbildung in Israel und Deutschland“ auf der Tagesordnung. Neben den Vorträgen ging es vor allem auch um den Austausch von Meinungen und Erfahrungen in Bezug auf unterschiedliche Konzepte.

Gert Zender referiert auf Einladung des DOA in Israel.

Gert Zender referierte auf Einladung des DOA in Israel zur Trainersituation iin Deutschland.

Neben den jeweiligen offiziellen Delegationsvertretern und -vertreterinnen nahmen auch zahlreiche Sportstudent*innen des Wingate-Institutes teil. Ebenso waren Repräsentanten des Nationalen Olympischen Komitees sowie der Nationalen Olympischen Akademie von Guatemala Gäste des Seminars. Der Staat Israel konzentriert am Wingate-Institut in Netanja, ca. 30 km nördlich von Tel Aviv, die pädagogischen, beruflichen und wissenschaftlichen Ressourcen für die Entwicklung des Sportunterrichts, des „Sports für alle“ sowie des Spitzensports und des Sports als Mittel zur sozialen und körperlichen Rehabilitation. Nach offiziellem Bekunden des Institutes „passieren täglich rund 5.000 Akademiker, Trainer, Sportler, Studenten und die breite Öffentlichkeit Wingates Tore. Das Institut dient als Trainingszentrum für Nationalmannschaften, für die Olympiamannschaft und veranstaltet internationale sportwissenschaftliche Konferenzen.“

Im Rahmen des Seminars stellten Dr. Lutz Nordmann und Frank Wieneke im Themenkomplex Strukturen und Herausforderungen der Coaching-Ausbildung in Israel und Deutschland die Arbeit und Inhalte der Trainerakademie Köln dar. Gert Zender bekam Gelegenheit, zum Thema Trainer*innen in Deutschland – Aktuelle Situation und Perspektiven zu referieren. Dabei ging er auf die aktuelle Situation der Trainer*innen in Deutschland ein. Hierbei berief er sich auf die Studien der Professoren Digel und Thiel von der Universität Tübingen sowie auf die Studie „Standortbedingungen von Trainerinnen und Trainern im deutschen Spitzensport im internationalen Vergleich“ von Prof. Breuer von der Sporthochschule Köln, wonach insbesondere die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Ursache darstellen, weshalb deutsche Trainer*innen sich von ihrer Tätigkeit abwenden und Beschäftigungen im Ausland oder in anderen Funktionen suchen.

Schwerpunkt des Vortrages war die Darstellung der arbeitsrechtlichen Defizite der Trainer*innen- Verträge und die aktuelle Diskussion zur Lösung des Problems. Hierzu fasste er die Ergebnisse der vom DOSB eingesetzten „AG Trainerkonzept“ zusammen, die am 07.12.2019 in die Mitgliederversammlung des DOSB eingebracht werden. In einem Exkurs stellte er die Vision des DOSB im Projekt „TrainerinSportDeutschland“ dar, wonach bis 2026 alle Sportarten über eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Trainer*innen verfügen sollten. Darüber hinaus bot sich die Gelegenheit, die BVTDS-Arbeit darzustellen.

„Ich fand es als einen gelungenen Auftakt, die deutsch-israelischen Beziehungen auszubauen. Der fachliche Austausch zur Ausbildung der Trainerinnen und Trainer in Deutschland und Israel war sehr fruchtbringend. Beeindruckt war ich von den Vorträgen, in denen der Boykott gegen israelische Sportlerinnen und Sportler dargestellt wurde. Meine naive Vorstellung, dass der Sport die Welt verbindet, scheint leider unrealistisch zu sein“, so Gert Zender.

Der deutschen Delegation gehörten an:

  • Uwe Becker (Bürgermeister der Stadt Frankfurt und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft)
  • Michaela Engelmeier (Bundestagsabgeordnete a. D., Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Leiterin der Berliner Büros von MAKKABI Deutschland)
  • Prof. Dr. Manfred Lämmer (Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Olympischen Akademie)
  • Alex Feuerherdt (freier Publizist und Autor)
  • Tobias Knoch (Direktor der Deutschen Olympischen Akademie)
  • Alon Meyer (Präsident von MAKKABI Deutschland)
  • Prof. Dr. Jürgen Mittag (Leiter des Instituts für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der DSHS Köln)
  • Prof. Dr. Lutz Nordmann (Direktor der Trainerakademie Köln des DOSB)
  • Frank Wieneke (Wissenschaftlicher Referent an der Trainerakademie Köln des DOSB, Olympiasieger im Judo 1984 und Silbermedaillengewinner 1988)
  • Gert Zender (Präsident des Berufsverbands der Trainer/innen im Deutschen Sport und des Verbandes Deutscher Tischtennistrainer)

Im DLF-Interview mahnt Holger Hasse die Umsetzung der Trainerkonzeption an

BVTDS-Präsident Holger Hasse kam im Deutschlandfunk zum Thema „Traineroffensive“ zu Wort. Im Interview lobte Hasse die aktuelle, vom BVTDS begleitete Trainerinitiative, mahnte aber zugleich die tatsächliche Umsetzung der Konzeption an, die am 7. Dezember von der DOSB-Mitgliederversammlung beschlossen werden soll.

So sie beschlossen werde, verspricht der ehemalige Chef-Bundestrainer Badminton, den Institutionen bei der Umsetzung genau auf die Finger zu schauen. Ganz wichtig auch: Die Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Trainerinnen und Trainer dürften nicht nur auf Bundesebene gelten, sondern müssten unbedingt auch auf Länderebene Anwendung finden.

Zur vollständigen Audio-Datei des Interviews geht es über den folgenden Link (Play-Symbol im Foto nutzen): Trainer-Offensive großer Schritt in die richtige Richtung

CDU/CSU-Bundestagsfraktion spricht sich für Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Trainerinnen und Trainer aus

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich zur jüngsten Sportausschuss-Sitzung des Deutschen Bundestages geäußert. Eberhard Gienger, sportpolitischer Sprecher der Fraktion, sprach sich in einer Pressemitteilung für die zentralen Maßnahmen zur Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen von Trainerinnen und Trainer wie „flexiblere Vergütung, einen besseren Arbeitsschutz, gerechtere Ausgleichs­regelun­gen zu intensiven Arbeitszeiten sowie für umfassendere Möglichkeiten bei Aus-, Weiter- und Fortbildungen“ aus. Das macht Mut, dass die Konzeption von der DOSB-Mitgliederversammlung angenommen und in die Tat umgesetzt wird.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich hier:

https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/fuer-eine-traineroffensive-im-spitzensport

Meilenstein für Berufstrainerinnen und -trainer: BVTDS feiert großen Erfolg!

Die intensiven Bemühungen des BVTDS haben sich ausgezahlt! Im Rahmen der Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages am 13.11.2019 hat Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die Konzeption zur „Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für Trainerinnen und Trainer“, das wesentliche Forderungen des Berufsverbandes aufgreift, vorgestellt.

Die Konzeption soll bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 07.12.2019 in Frankfurt am Main beschlossen und dann umgesetzt werden und beinhaltet endlich klare Vorgaben für eine gerechte und angemessene arbeitsrechtliche Behandlung von Trainerinnen und Trainern im deutschen Sport. Wesentliche Eckpfeiler des Konzeptes sind das Ende von befristeten Kettenverträgen, Gehaltsuntergrenzen in Orientierung an Funktion, Qualifikation und Erfahrungswerten sowie Arbeitszeitkonten, die die Grundlage für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes liefern.

Maßgeblich waren und sind seit 2017 die BVTDS-Präsidenten Holger Hasse und Gert Zender als Mitglieder der Arbeitsgruppe an der Ausarbeitung beteiligt. Umso größer ist die Freude bei Holger Hasse über die Präsentation von Dirk Schimmelpfennig vor dem Sportausschuss: „Wir begrüßen diese Entwicklung sehr und setzen große Hoffnungen in das Konzept. Wir gehen davon aus, dass die DOSB-Mitgliederversammlung die Konzeption annehmen und dann bis 2021 eine Umsetzung erfolgen wird. Diese werden wir intensiv begleiten und darauf achten, dass die Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.“

Weitere Informationen zur Konzeption sind der Pressemitteilung des Bundestages zu entnehmen: Bessere Arbeitsbedingungen für Trainer

Simone Lammers kämpft um mehr Medien-Präsenz für Trainerinnen

Seit der Frauenvollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Jahr 2016 existiert die AG zur Förderung von Trainerinnen und Kampfrichterinnen. Mittendrin: Simone Lammers, Vizepräsidentin Chancengleichheit im Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport e.V. Zuletzt trat die AG im Rahmen der Frauenvollversammlung 2019 in Leipzig auf den Plan und präsentierte ihre Vorhaben sowie Erreichtes. „Wir haben festgestellt, dass viele Vereine und Verbände zwar über Gleichstellungsbeauftragte verfügen, dass diese aber häufig gar nicht wissen, was ihre Aufgaben tatsächlich umfasst. Beispielsweise kann die Gewinnung von mehr Trainerinnen ein elementarer Bestandteil sein kann“, so Lammers. „Insofern haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, ein Handbuch für Gleichstellungsbeauftragte zu entwickeln, das neben der Darstellung des Aufgabenprofils auch Best Practise-Beispiele enthält.“

Davon gibt es einige. Die Leutzscher Füchse aus Leipzig sind ein solcher. Der Tischtennis-Verein aus Leipzig präsentierte sich bei der Vollversammlung und wurde beim angebundenen Kongress „Augenhöhe oder Brustumfang“ zudem mit dem DOSB-Gleichstellungspreis für Organisationen ausgezeichnet. Für eine für einen Sportverein vorbildliche Werbung für den Frauensport, wie es seitens des DOSB hieß. „Tatsächlich hat mir die Vorstellung der Füchse sehr gut gefallen“, fand auch Simone Lammers. „Sie präsentieren sich über alle Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit geschlechtergerecht und stellen Frauen und Männer gleichermaßen in den Mittelpunkt. In allen Bereichen des Vereins sind Trainerinnen aktiv, auch bei den Jungs und Männern. Solche Beispiele wollen wir in unserem Handbuch aufführen, um damit zur Nachahmung anzuregen.“

Gleiches gilt für das Projekt „Anpfiff: Mehr Frauen im Spiel“ des Deutschen Handball-Bundes. Das Projekt wurde bereits 2013 ins Leben gerufen mit dem Ziel, weibliche Schiedsrichterinnen in den Landesverbänden zu gewinnen, zu fördern und zu unterstützen. Mit der Vision, Frauengespanne für nationale und internationale Spitze zu qualifizieren. Entscheidende Instrumente bei der Entwicklung von Schiedsrichter-Gespannen im DHB sind Mentoring und Coaching, wie Sally Kuhlemann, Bezirksschiedsrichterwartin im hessischen Bezirk Wiesbaden/Frankfurt und Beisitzerin in der DHB-Frauenkommission zu berichten wusste. So stehen den (weiblichen) Perspektivkadern beispielsweise bei Wettkämpfen Coaches zur Seite, die punktgenaues Feedback und eine Leistungseinschätzung geben und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

Ein weiteres Ziel der AG ist die verstärkte Präsentation von Trainerinnen und Kampfrichterinnen in der Öffentlichkeit. Dass es Frauen in der Sport-Berichterstattung grundsätzlich schwerer haben als ihre männlichen Kollegen, ist klar. Das Ausmaß der Ungleichheit wurde beim Kongress einmal mehr deutlich. Präsentiert wurden die Ergebnisse von Studien der Macromedia Hochschule Hamburg: Nach deren Auswertungen beschäftigen sich nur rund 10% der lokalen und regionalen Berichterstattung in ausgewählten Regionen mit Frauensport – und das, obwohl rund 40% der in Sportvereinen organisierten Mitglieder weiblich sind. „Ich empfinde das als ernüchternd“, so Simone Lammers. „Aber es deckt sich mit meinen trägen Bemühungen, Berichte über Trainerinnen zu platzieren. So habe ich nun mehrfach Versuche unternommen, in der Zeitschrift Leistungssport mehr Berichte über Trainerinnen anzuregen. Bisher ohne nennenswerten Erfolg.“

Ein Lichtblick sind die „Brave Stories“ von DOSB und Close Distance Productions unter https://www.bravestories.de. Hier werden starke Frauen im Sport vorgestellt. Eine hauptberufliche Trainerin fehlt noch – aber die wird sicher bald folgen.