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Ein Zentrum für Safe Sport – und warum es ohne die Trainer*innen nicht gelingt

Berlin - Vergangene Woche wurde im Bundeskanzleramt das Zentrum für Safe Sport gegründet – eine unabhängige Stelle für Prävention, Intervention und Aufarbeitung von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt im organisierten Sport. Der Aufbau startet in Kassel, der Regelbetrieb ist für Frühjahr 2027 vorgesehen.

 

 

 

Ein Zentrum für Safe Sport – und warum es ohne die Trainer*innen nicht gelingt
 

Berlin - Vergangene Woche wurde im Bundeskanzleramt das Zentrum für Safe Sport gegründet – eine unabhängige Stelle für Prävention, Intervention und Aufarbeitung von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt im organisierten Sport. Der Aufbau startet in Kassel, der Regelbetrieb ist für Frühjahr 2027 vorgesehen.

Als Berufsverband der Trainer*innen (Trainer*innen Deutschland – TrD) begrüßen wir diesen Schritt ausdrücklich. Jeder Mensch im Sport muss sicher sein. Schutz vor Gewalt ist nicht verhandelbar. Betroffene brauchen eine unabhängige Anlaufstelle, die zuhört, unterstützt und begleitet. Dass sie staatlich getragen und unabhängig vom organisierten Sport ist, ist richtig und überfällig. Wir waren auf Einladung vor Ort und wollen den Aufbau aktiv begleiten.

In der Debatte kommt jedoch ein Punkt oft zu kurz: die Rolle der Trainer*innen. Ja, Gewalt kann auch von Trainer*innen ausgehen – das muss konsequent benannt und aufgearbeitet werden. Zugleich sind Trainer*innen den Athlet*innen im Alltag am nächsten. Sie bemerken häufig als Erste, wenn etwas nicht stimmt, und sind deshalb unverzichtbare Partner im Schutz. Eine sichere Sportkultur entsteht nicht gegen, sondern nur mit ihnen.

Genauso wichtig ist: Betroffenenschutz und faire Verfahren schließen sich nicht aus. Ein glaubwürdiges Safe-Sport-System schützt alle Beteiligten, wahrt rechtsstaatliche Grundsätze, nimmt auch Trainer*innen als Betroffene ernst und begleitet Menschen, die zu Unrecht beschuldigt werden. Vertrauen entsteht durch klare und faire Verfahren.

Trainer*innen Deutschland bringt die Perspektive der Praxis ein – besonders dort, wo Schutzkonzepte im Trainingsalltag greifen müssen, etwa im Einzeltraining der Individualsportarten. Wir wollen Prävention und Qualifizierung stärken und dazu beitragen, dass gute Standards praktikabel umgesetzt werden.

Die Gründung des Zentrums ist ein wichtiger Anfang. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Als unabhängige Stimme der Trainer*innen stehen wir als Partner bereit – für einen Sport, der für alle sicher ist.

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