Dafni Bouzikou ließ auf WDR 5 von sich hören

Eine besondere Gelegenheit, sich zur Situation der Trainerinnen und Trainer in Deutschland zu positionieren, erhielt die BVTDS-Vorsitzende Dafni Bouzikou. Vom Westdeutschen Rundfunk wurde sie eingeladen, für die WDR 5-Radiosendung „Sportecho“ ihre Sicht über die Missstände der Trainersituation im deutschen Sport darzulegen. Gefragt wurde u.a., warum das Berufsbild des Trainers und der Trainerinnen in Deutschland so einen schlechten Stellenwert habe. Aber auch ein Blick in die Zukunft wurde gewagt. Wie optimistisch sie sei, dass sich die Situation ändern werde, wurde sie gefragt. „Nicht sehr optimistisch“, lautete die Antwort. Zu lang sei der Bart der gebetsmühlenartig wiederholten Unmutsbekundungen und Änderungsforderungen. Den gesamten Mitschnitt des Interviews gibt es untenstehend zu hören.

BVTDS-Forderungen stehen auf der Agenda der „AG Musterverträge“ ganz oben

Gleiche Runde, gleiches Fazit: In der AG Musterverträge geht es voran. Bereits nach dem ersten Treffen der vom DOSB initiierten Experten-Runde, die sich über die Verbesserung von vertraglichen Rahmenbedingungen für Trainerinnen und Trainer verständigen soll, zog Holger Hasse, als BVTDS-Vize Teilnehmer des Arbeitskreises, ein positives Resümee. Und auch das zweite Treffen lief aus Sicht des ehemaligen Chef-Bundestrainers Badminton positiv: „Die AG arbeitet sehr rege und aktiv. Alle Forderungen des Berufsverbandes der Trainerinnen und Trainer im Deutschen Sport stehen als Leitlinien auf der Agenda der Arbeitsgruppe. Der nächste Schritt muss sein, Verbindlichkeit herzustellen.“

Konkret hat sich die Expertenrunde auf rund 10 Arbeitspakete verständigt, die sie innerhalb des kommenden Jahres bearbeiten will. „Ganz oben auf der Agenda stehen die Forderungen nach unbefristeten Verträgen, einer fairen Vergütung sowie der Umsetzung des Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetzes für Trainerinnen und Trainer im Leistungssport. Auch wenn es nicht einfach wird, sich auf konkrete Schritte zu verständigen, bin ich guter Dinge, weil wir in der Arbeitsgruppe ein gemeinsames Verständnis davon haben, dass Veränderungen notwendig sind. In diesem Zusammenhang habe ich immer wieder darauf verwiesen, dass Bund und Länder als Zuwendungsgeber eine besondere Verantwortung für die Verwendung von Steuermitteln für Trainerstellen haben. Dass mit Steuermitteln prekäre Beschäftigungsverhältnisse und zeitliche Ausbeutung von Trainerinnen und Trainern finanziert werden, und so gegen Gesetze verstoßen wird, darf nicht länger geduldet werden“, so Hasse.

Positive Signale kamen auch z.B. von Karin Grüber, der Vertreterin der Länder vom Bildungs-Ministerium Mecklenburg-Vorpommern. „Auch die Länder haben den großen Handlungsbedarf erkannt“, berichtet Holger Hasse. Der darüber hinaus darauf verweist, dass sich die AG auch über ein Tarifmodell ausgetauscht hat. „Daniel Striegel, Leiter des Olympiastützpunktes Rhein-Neckar, hat deutlich gemacht, dass eine Vergütung, die nur an der Funktion und dem Titel ausgerichtet ist, nicht modern und nicht immer angemessen ist. Vielmehr sollten Merkmale wie Führungsverantwortung und die Arbeitsplatzbeschreibung mehr mit in die Vergütungsmodelle einbezogen werden“, findet auch Hasse.

BVTDS kooperiert mit www.trainersuchportal.de

trainersuchportal ist das erste und derzeit einzige bundesweite Internetportal, welches es zum Ziel hat, Sportler und Trainer/innen bzw. Übungsleiter/innen zusammenzuführen und damit zur Lösung bei der Besetzung von offenen Stellen im Sport, besonders im Amateur- und Breitensportbereich, aber auch bis hin zum Leistungssport, beizutragen. Seit dem Onlinegang am 06.12.2013 können Trainer/innen einerseits, Vereine und Verbände andererseits Stellengesuche und Stellenanzeigen einstellen und sich präsentieren. Rund 100 Verbände kooperieren bereits mit trainersuchportal – nun auch der BVTDS.

Im Rahmen der Kooperation können alle BVTDS-Mitglieder das trainersuchportal kostenfrei und dauerhaft nutzen, um sich und ihre Fähigkeiten ein- und vorzustellen. Ein attraktives persönliches Trainerprofil macht‘s möglich! So können Vereine auch aktiv Profile durchsuchen und den passen-den Trainer/Übungsleiter noch schneller finden.



Landessportbünde fordern zusätzliche Mittel für Trainerinnen und Trainer

Das Bewusstsein für die unhaltbare Situation von Trainerinnen und Trainern im Sport scheint zu wachsen: Die Konferenz der Landessportbünde (unter derzeitigem Vorsitz des LSB Sachsen-Anhalt) hat sich in ihrer Sitzung am 20.10.2017 in Bremen eingehend mit dem Stand der Leistungssportreform beschäftigt und die Umsetzung neun zentraler Punkte gefordert. Darunter aus Sicht der Trainerinnen und Trainer erfreulicherweise auch eine Erhöhung der öffentlichen Fördermittel für den Leistungssport, „um insbesondere die unhaltbare Beschäftigungssituation zahlreicher Trainer/innen im Leistungssport zu beenden.“ Außerdem messen die Landessportbünde der „Professionalisierung des hauptberuflichen Leistungssportpersonals“ eine hohe Bedeutung bei und sehen darin eine Priorität bei der Umsetzung der Reform.

Die komplette Pressemitteilung des Landessportbundes Sachsen-Anhalt ist hier zu lesen:
Pressemeldung Konferenz LSB 2017-10-20

Mitgliederversammlung findet am 17.11.2017 statt

Am 17.11.2017 findet die Mitgliederversammlung des BVTDS statt – und ein kleines Jubiläum wird begangen. Am 30.10.2012 gegründet, feiert der Berufsverband der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport e.V. sein fünfjähriges Bestehen und lädt zur Jubiläumsmitgliederversammlung ein. Die wird in der BVTDS-Geschäftsstelle, Ehrenfeldgürtel 161, 50823 Köln stattfinden. Die komplette Einladung samt Tagesordnung ist in der unterstehenden pdf-Datei zu finden. Wir wünschen schon heute eine gute Anreise nach Köln.

Einladung und Tagesordnung BVTDS MV_2017

FAZ beleuchtet den Abgang von Jamilon Mülders nach China

Ausführlich berichtet Peter Penders für die Frankfurter Allgemeine Zeitung über den Wechsel von Hockey-Bundestrainer Jamilon Mülders nach China. Der konnte dem Werben des chinesischen Verbandes nicht mehr widerstehen – die finanziellen Verlockungen aus dem Reich der Mitte waren zu groß. Diese stellen die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Sportes und die Zukunftsperspektiven für Trainerinnen und Trainer einmal mehr in Frage, wie Penders eindrucksvoll beleuchtet und wie in der unterstehenden pdf zu lesen ist.

FAZ vom 16.09.2017 – Deutscher Hockey Bund verliert den nächsten Bundestrainer

Erstes Treffen der AG Musterverträge lief verheißungsvoll

Beim Pressegespräch des Berufsverbandes der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport (BVTDS) in Berlin hatte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des DOSB, auf ein aus seiner Sicht wesentliches Instrument zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für hauptamtliche Trainer/innen hingewiesen: Die Arbeitsgemeinschaft Musterverträge, die der DOSB etablieren wolle, um Standards für Arbeitsverträge zu erarbeiten. Zweifel an der Relevanz dieser Arbeitsgruppe waren und sind angebracht – das erste Treffen jedoch erwies sich als positiv und verheißungsvoll. Für den BVTDS saß der Stellvertretende Vorsitzende Holger Hasse mit am Verhandlungstisch und zog ein positives Fazit der ersten Runde: „Mir war es im Vorfeld wichtig, dass diese Arbeitsgruppe sich das konkrete Ziel setzt, verbindliche Forderungen hinsichtlich der Rahmenvorgaben in Arbeitsverträgen von bundesgeförderten Trainerinnen und Trainern zu stellen. Hierzu gab es von den AG-Mitgliedern viel Zustimmung und einen breiten Konsens. Wichtig ist es nun, bis März 2018, wenn die Förderrichtlinien Leistungssport des BMI novelliert werden, eine fundierte Ausarbeitung vorzulegen.“

Berücksichtigt werden sollen unter anderem diejenigen Kernforderungen, für die der BVTDS seit Jahren intensiv eintritt: Entfristung von Arbeitsverträgen nach einer maximal zweijährigen Befristung, Orientierung an die Vergütung im Tarifvertrag Öffentlicher Dienst, Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und Gleichstellung von Trainerinnen und Trainern. „Unter den Anwesenden bestand Einigkeit, dass diese legitime Forderungen sind. Nun gilt es, diese Punkte in die Musterverträge zu implementieren“, so Hasse. „Die Zusammensetzung der AG lässt mich hoffen, dass es gelingt, den Druck auf die Geldgeber in Bund und Land zu erhöhen, damit die Einhaltung der vertraglichen Standards zukünftig Voraussetzung für Zuwendungen an die Verbände sein werden. Wir werden uns schon im November wieder treffen, um den nächsten Schritt zu gehen.“

Teilnehmer der AG neben Holger Hasse sind: Daniel Strigel für die Olympiastützpunkte, Rainer Ehrlich für die Landessportbünde/-verbände, Gert Zender für den Verband deutscher Tischtennistrainer, Markus Finck für die Trainerakademie Köln, Dirk Schimmelpfennig, Olav Spahl, Hermann Latz und Christian Witusch für den Deutschen Olympischen Sportbund, Dr. Herwig von Zwehl für das Bundesministerium des Inneren sowie Heino Knuf für die Spitzenverbände.